TEXT TEXTAls 
Sämtliche im Keller Anwesenden waren durch die gewaltige Hitze, die Phosphorbrandkanister verursacht haben sollen, erstickt. Dies ergab sich aus der Tatsache, daß im Keller anwesende Männer mit der Kreuzhacke die Soll-Bruchstelle in der Wand zum Kanal zu durchbrechen versucht hatten. Mittels brennender Streichhölzer, die ausgebrannt auf dem Fußboden herumlagen, wurde offenbar versucht, die Sauerstoffmenge im Kellerzu prüfen. Auch Wachskerzen wurden abgebrannt gefunden. Die Menschen im Keller, also auch Mutter und Trudel, lagen oder saßen wie eingeschlafen auf Pritschen oder mit dem Rücken zur Wand, sagte man mir. Die Tür muß total glühend gewesen sein; darum ihr rostiges Aussehen. Der Keller war, wie ich gesehen habe, unbeschädigt ... Die Eigenhilfe kam wohl zu spät.“ 

eAls der Morgen dämmerte, fand ich mich mit anderen Menschen in einem Bombenkrater im Sorbenpark wieder. Drüben, auf der anderen Straßenseite, sah ich nur Ruinen ...

Ich hatte kein Zeitgefühl mehr; meine Armbanduhr hatte ich irgendwo in der Nacht verloren. Dann stürmte ich aus dem Krater, über die verbrannten Büsche des Parks, entlang dem Ausschläger Weg über die Südkanalbrücke hin zu dem Luftschutzkeller. Tote ringsum, ein abgerissener Arm mit einem Ring am Finger und verkohltem Taschentuch in der Hand (von dem mein Vater sich einredete, daß dieser Ring der Tochter gehört habe!). Das Haus - Kartoffel-Krahn - stand noch, teilweise ausgebrannt und eingestürzt. Der Eingang zum Luftschutzkeller im Torweg war von Männern belagert, die offensichtlich eine Menge Schutt beiseite geräumt hatten, um an den Keller heranzukommen.